Paul Skorwidder wurde 1975 als Sohn eines Biologielehrers und einer schwedischen Botanikerin in Berlin-Lichterfelde geboren. Schon früh prägte ihn die Faszination seines Vaters für die heimische Flora und Fauna. Nach dem Abitur zog es ihn zum Studium der Umwelttechnik nach Stockholm, wo er sich auf nachhaltige Wasserwirtschaft spezialisierte - ein Fachgebiet, das ihn durch ganz Skandinavien führen sollte. Seine freien Wochenenden verbrachte er in den Königlichen Universitätsbibliotheken mit dem Studium historischer Forschungsberichte deutscher und skandinavischer Mediziner aus der Kaiserzeit. Hier stieß er auf Promotionsarbeiten aus den Jahren zwischen 1890 und 1914, die das Phänomen der sogenannten Adipocire, der Umwandlung von Hautfetten in Leichenlipide untersuchen. Diese Dokumente, und die Berichte des Deutschen Reichsarchivs über die Schlachten des Ersten Weltkriegs, bildeten das Fundament für seinen Debütroman. "Die Poesie der Koniferen" verwebt auf kunstvolle Weise die wissenschaftlichen Erkenntnisse des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit einer atmosphärischen Erzählung über einen jungen Pathologen, der das Geheimnis der sogenannten ‚Fettwachsleichen‘ untersucht – ein Phänomen, das ganz aktuell unsere Friedhofsverwaltungen vor zunehmende Probleme stellt. Das Buch ist sowohl eine Hommage an die pionierhafte Forschungsarbeit der Kaiserzeit als auch eine Meditation über die Verbindung zwischen Mensch und Natur. Mit Rückkehr nach Berlin Anfang 2024 arbeitet Skorwidder als Berater für ökologische Wasserprojekte. Und schreibt an seinem zweiten Roman, wiederum inspiriert von Forschungsergebnissen aus lang zurückliegenden Zeiten, die gleichwohl in die Zukunft weisen.
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