Flora Kugel wurde 1985 in Koblenz geboren und wuchs in Lütz auf, einem kleinen Dorf in einem Seitental der Mosel. Als Kind hörte sie von ihrer Mutter die alten Sagen des Ortes – Geschichten von verfluchten Mühlen, dem Teufel in Gestalt eines schwarzen Hundes, geisterhaften Irrlichtern und den Hexen, die hier einst verbrannt wurden. Floras beinahe hundertjährige Großtante schien selbst eine Hexe zu sein. Sie erzählte wunderliche Geschichten, sammelte Kräuter, fing Vögel und sprach kurz vor ihrem Tod von nächtlichen Besuchern an ihrem Bett. Vielleicht begann Flora deshalb früh, unheimliche Geschichten zu schreiben. Das Unheimliche, das Absurde und der Wille zur Selbsterkenntnis prägen bis heute ihr Schreiben. Nach einer technischen Ausbildung in Koblenz studierte Flora Philosophie und Germanistik in Trier und Valencia. Sie zog nach Berlin, war zunächst als Sozialbetreuerin tätig, versuchte sich dann als Quereinsteigerin im Grundschullehramt – die vielleicht extremste Erfahrung ihres Lebens. Es folgte eine Zeit als Lektorin und Autorin, heute ist sie Redakteurin und Qualitätsmanagerin bei einer Personalberatung in Berlin.
Bei allen Wechseln blieb das Schreiben die verborgene Konstante ihres Lebens. Ihr Debütroman "Zauber-gesellschaft" ist geprägt von der magischen Welt ihrer Kindheit und der Folklore ihres Heimatortes – eine Reise in die Endphase der napoleonischen Kriege und zugleich ein Sittengemälde unserer Zeit: unheimlich, spannend und ebenso lustig.

Foto: Katharina Heuck