Was, wenn ein habilitierter Theologe und amtierender Priester einen veritablen Vatikan-Thriller schreibt? Als das Angebot auf meinen Tisch flatterte, war ich sofort elektrisiert. Hans-Georg Gradl, Jahrgang 1973, stammt aus der nördlichen Oberpfalz. Seine zweite Heimat aber ist Rom: Dort hat er acht Jahre gelebt und studiert, dort auch promoviert. Und in Rom wurde er im Jahr 2000 zum Priester geweiht.
Auf die Habilitation an der Ludwig-Maximilians-Universität München folgte ein Ruf auf den Lehrstuhl für Exegese des Neuen Testaments an der Theologischen Fakultät Trier, wo er seit 2013 als Professor forscht und lehrt.
Nach zahlreichen Veröffentlichungen im wissenschaftlichen Bereich nun also das Debüt als Thrillerautor: „Papyrus“ ist ein römischer Bibel-Krimi. Mord um Mord verfolgen Don Pino, der Pfarrer einer kleinen römischen Innenstadtgemeinde, und Signora Anna eine blutige Spur durch die Ewige Stadt, um das Rätsel des womöglich ältesten Dokuments des Urchristentums zu lösen. Der Papyrus führt weit zurück bis ins Jahr 30 n. Chr. und erzählt eine Geschichte in der Geschichte, die Schicht um Schicht, Papyrusfragment um Papyrusfragment freigelegt wird, den halben Vatikan in helle Aufregung versetzt und doch mehr ist als ein bloßer Verschwörungsthriller. Der Papyrus erzählt von Glaube und Macht, Freundschaft und Liebe, Sehnsucht und Hoffnung im Angesicht des Todes.
Hier schreibt ein – etwas auf Abwege geratener – Kircheninsider: ein intimer Romkenner und moderner Wissenschaftler, der neben seiner akademischen Arbeit noch als katholischer Priester in der Seelsorge tätig ist. Und der von herzerfrischend grausamen Kriminalgeschichten nicht genug bekommen kann... „Spannend wie ein Krimi, verlässlich wie eine wissenschaftliche Studie, vergnüglich wie ein Spaziergang durch Rom und düster wie ein jahrhundertealter Geheimgang“, das verspricht "Papyrus" all denen, die einen Blick über die hohen Vatikanmauern werfen möchten.

Foto: Hans Pastyrik

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