Schon als Kind musste Markus Deckert ganz nah ran, um die Welt zu verstehen und weit weg, um zu sich selbst zu kommen. Geboren 1964 in Berlin, aufgewachsen in Hannover, brach er erstmals mit 15 allein auf dem Fahrrad auf, um einer literarischen Spur ins schwäbische Nördlingen zu folgen. Fünfzehn Jahre später war es ein Frachtschiff und das Ziel New York. Dazwischen lagen Zivildienst als Sanitäter, Medizinstudium mit Stationen in Dublin, Malta und New York, intensive Glaubenssuche und lange Abkehr von der Kirche, Liebe und Verlassenheit, Trekking im Himalaya und Segelausbildung, Friedensdemos und Chaostage. Nach fünf Jahren an einer großen Krebsforschungseinrichtung kehrte er aus den USA zurück und wurde Onkologe an der Charité in Berlin. Deckert lehrt heute als Professor für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie an der Medizinischen Hochschule Brandenburg.
Das Schreiben faszinierte ihn, seit er mit einem vor der Klasse verlesenen Schulaufsatz einen handfesten Skandal provoziert hatte. Und wo immer es eine Schüler- oder Studentenzeitung gab, war er dabei. Worüber zu schreiben ihn aber eigentlich interessierte, lernte er von seinen Patienten am Krankenbett: wie Menschen mit Schicksalsschlägen und Verlusten umgehen, Traumata und Beschädigungen überwinden, und wie sie an ihrer Seele heilen können – oder eben nicht. Sein erster Roman „Seereise“ geht vier Biografien aus der DDR-Diktatur nach, die unwissentlich miteinander verwoben sind und als Entwicklungs-, Gesellschafts- oder Kriminalroman gelesen werden können.
Deckert lebt mit seiner Frau und Familie zwischen Berlin und Potsdam.
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