Mijos Richter


Mijos Richter wurde 1964 als Sohn eines Industrieschlossers und einer Buchhalterin in Köln geboren. Schon früh teilte er die Faszination seines Vaters für die komplizierten Herstellungsabläufe in der Speiseölproduktion – bis dieser aufgrund ebendieser Faszination tödlich verunglückte. Richter studierte in Köln und Aachen Germanistik und Anglistik – Fächer, in denen er promovierte und die ihn beruflich lebenslang an die Öffentlichkeitsarbeit für Industrie, Handel und Kultur banden. Mijos Richter lebt seit 2000 in Berlin. In den Bibliotheken und Archiven der Hauptstadt beschäftigte er sich mit historischen Forschungsberichten deutscher und skandinavischer Mediziner zwischen 1890 und 1914 und stieß auf Promotionsarbeiten, die das Fundament für seinen Debütroman "Die Poesie der Koniferen" bildeten. Er verwebt auf kunstvolle Weise damalige wissenschaftliche Erkenntnisse mit einer atmosphärischen Erzählung über einen jungen Berliner Pathologen, der 1913 das Geheimnis der sogenannten ‚Fettwachsleichen‘ auf Friedhöfen im österreichischen Eisenstadt untersucht. Seine wochenlangen Ausgrabungen stoßen bei den Bürgern sowohl auf fortschrittsgläubige Begeisterung, blanken Aberglauben und erbitterte Ablehnung. Zugleich herrscht in der Stadt wie überall in Europa eine fahrlässig-fiebrige vergnügungs- und kriegslüsterne Stimmung. Die Ereignisse in Eisenstadt eskalieren in einem blutigen Chaos, das die politische Hilflosigkeit und das Völkerschlachten ab 1914 vorwegnimmt.
Mijos Richters zweiter Roman „Der Imker von Theresienstadt“ beschreibt das Leben eines Mannes, der unter den Nazis Tochter und Sohn verliert, mit 60 das KZ übersteht, seine Frau im brüchigen Nachkriegsdeutschland begräbt, niemals ans Aufgeben denkt, Geschichte schreibt und Hitler um 30 Jahre überlebt.

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Foto Michael Dohlenstein