Tom Saller verkörpert für mich das 'Multitalent': Nach dem Studium der Humanmedizin und Promotion über Alfred Adler arbeitet Tom als Psychiater und ärztlicher Psychotherapeut, Erzähler und Musiker im Bergischen Land nahe Köln. Allein das ist abendfüllend. Und dann noch das: Sein Debütroman „Wenn Martha tanzt“, 2018 im List Verlag erschienen, schaffte aus dem Stand den Sprung auf die SPIEGEL Bestsellerliste. Es folgten zwei weitere Bücher, zuletzt 2021 „Julius oder die Schönheit des Spiels“, ebenfalls bei List. Im Herbst 2025 folgte mit 'Und Hedi springt' eine Fortsetzung des ‚Martha‘-Stoffes. Hier lernen wir Hedi kennen und einen der erfolgreichsten und wohl auch umstrittendsten Unternehmer der Nachkriegszeit, den 'Hosenkönig' Alfons Müller-Wipperfürth. Zur Buchpremiere - natürlich in Wipperfürth - erschienen rund 300 Bürger der Stadt. Und waren begeistert. Szenenwechsel: In dem Roman "Ich bin Anna", veröffentlicht im Frühjahr 2024 bei Kanon, wendet sich der Autor einer höchst ungewöhnlich Vater-Tochter-Beziehung zu - und damit erstmals seinem beruflichen Sujet: Tom nimmt teil an den - schriftlich nie festgehaltenen - Sitzungen zwischen Sigmund Freud und seine Tochter Anna. Als stiller Zuhörer und Protokollant. Mit von der Partie: der Patient Ludwig Stadlober, verliebt und doch nicht erhört von "Fräulein Anna". Stadlober, tief verletzt, wird darauf zurückkommen, später, als SS-Führer und Erster Vizebürger der Stadt Wien. Als es für alle Juden heißt, sich in letzter Minute ins Ausland zu flüchten...

Foto: Karin Maigut, Köln